aa. Das Berufungsgericht hat zutreffend erkannt, dass nach bisheriger Rechtsprechung des
BGH und überwiegender Ansicht in der Literatur ein per Telefax übermittelter Schriftsatz grundsätzlich erst in dem Zeitpunkt bei Gericht eingegangen ist, in welchem das Telefaxgerät des Gerichts ihn vollständig ausgedruckt hat (
BGH, Beschl. v. 04. 05. 1994 –
XII ZB 21/94,
NJW 1994, 2097 unter II 2; v. 19. 04. 1994 –
VI ZB 3/94,
NJW 1994, 1881 unter II 2a; v. 12. 12. 1990 –
XII ZB 64/90, VersR 1991, 894 unter 2b; zum Fernschreiben vgl.
BGHZ 105, 40, 42 f. u. 45;
101, 276, 279 f.; vgl. ferner
BGH, Urt. v. 07. 12. 1994 –
VIII ZR 153/93,
NJW 1995, 665 unter II 3b bb aaa;
Albers, in: Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 63. Aufl., § 519 Rn. 4 und 10; Musielak/
Ball, ZPO, 4. Aufl., § 519 Rn. 22; MünchKomm-ZPO/
Feiber, 2. Aufl., § 233 Rn. 104;
Gerken, in: Wieczorek/Schütze, ZPO, 3. Aufl., § 519 Rn. 20;
Leipold, in Stein/Jonas, ZPO, 22. Aufl., § 130 Rn. 56;
Reichold, in Thomas/Putzo, ZPO, 27. Aufl., § 129 Rn. 13;
Zimmermann, ZPO, 7. Aufl., § 519 Rn. 8; offen geblieben in
BGH, Beschl. v. 24. 07. 2003 –
VII ZB 8/03,
NJW 2003, 3487 unter II 2b). Eine Ausnahme von diesem Grundsatz wird zugelassen, wenn hinreichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass das Telefaxgerät des Gerichts defekt war oder falsch gehandhabt wurde, und deswegen die eingehenden Signale nicht oder nicht sofort (vollständig) ausgedruckt werden konnten, wenn also die Ursache für den Mangel der Lesbarkeit oder (der Vollständigkeit) des Ausdrucks in der Sphäre des Gerichts gelegen hat; was vom Empfangsgerät eines Gerichts aufgenommen und infolge eines Fehlers im Gerät oder bei dessen Bedienung nicht oder nicht sofort (vollständig) ausgedruckt worden sei, müsse aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit und des Vertrauensschutzes so behandelt werden, als habe das Gerät es ordnungsgemäß ausgedruckt, und als sei es auf diese Weise in die Verfügungsgewalt des Gerichts gelangt (BGH, Beschl. v. 04. 05. 1994, a. a. O.; v. 19. 04. 1994, a. a. O unter II 2a und b; v. 12. 12.1990, a. a. O;
BGHZ 105, 40, 42 ff.;
BGH, Urt. vom 14. 03. 2001 –
XII ZR 51/99,
NJW 2001, 1581 unter 2b; vgl. ferner
BGH, Urt. v. 07. 12. 1994, a. a. O.;
BGH, Beschl. vom 23. 11. 2004 –
XI ZB 4/04 -
NJW-RR 2005, 435 unter II 2;
Albers, a. a. O.;
Ball, a. a. O.;
Gerken, a. a. O.;
Reichold, a. a. O.;
Zimmermann, a. a. O). In diesen Fällen wird schon bei vollständigem Empfang der gesendeten Signale im Telefaxgerät des Gerichts vor Fristablauf von einer rechtzeitigen Übermittlung des Schriftsatzes ausgegangen.